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"Wissen, was geht!" bei Weber

Ferienaktion der Wirtschaftsförderung besucht Automobilzulieferer in Markdorf. Die Schüler fertigen unter Anleitung Stiftehalter. Auszubildende führen durch das Unternehmen.

Jan Hildebrand (rechts) erklärt den Teilnehmern nicht nur die Fertigungsmaschinen, sondern auch einen Monitor, der das Schicht- und Tagesziel des Unternehmens anzeigt.                            Bild: Julia Liedtke

 

Markdorf Dienstagmorgen 9 Uhr ist wohl eher die Zeit, in der Schüler in den Sommerferien noch am Frühstückstisch sitzen. Bei elf Jugendlichen beginnt dieser Dienstag ganz anders. Sie stehen im Vorraum von Weber Automotive in Markdorf und warten auf den Beginn der Unternehmensführung, die im Rahmen der Ferienaktion "Wissen was geht!" von der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis organisiert wurde.

Zu Anfang informieren die beiden Auszubildenden Raffaele Rullo und Jan Hildebrand über das Unternehmen. Danach geht es in zwei Gruppen in die Produktionshalle. Zuvor müssen jedoch erst die Sicherheitsschuhe angezogen und die Headsets aufgesetzt werden, damit auch alles gehört werden kann. Dass die Besichtigung von Auszubildenden geleitet wird, kommt bei den Teilnehmern gut an. "Ich fand es gut, dass auch mal Auszubildende die Führung gemacht haben", bekräftigt Maria Brosch danach.

Erste Station ist die Werkzeugausgabe. "Vorsicht bei den Werkzeugen, die können sehr scharfkantig sein", warnt Rullo, der sich im zweiten Ausbildungsjahr befindet. Hier bekommen die Schüler beispielsweise eine Fräse gezeigt und es wird erklärt, wie die Werkzeuge bearbeitet werden.

Anschließend geht es weiter ins Qualitätsmanagement. Dort werden die Bauteile stichprobenartig gemessen und überprüft. Diese Werte gehen dann an den Gruppenführer, der gegebenenfalls die Produktionsmaschine korrigieren kann. "Die werden aber nicht nur am Ende, sondern auch mal während der Produktion geprüft", erklärt Rafaelle Rullo.

Danach ist die eigentliche Produktion an der Reihe. Der Klang von Maschinen ist im Hintergrund zu hören, während Rullo und Hildebrand den Schülern die unterschiedlichen Maschinen erklären, an denen Zylinderköpfe für BMW hergestellt werden. Auf einem Laufband werden die Rohteile von einem Roboter bearbeitet und auf eine Platte geschraubt.

"Ich finde die Roboter interessant", sagt Constantin Hirscher. Der 15-Jährige stellt während der Besichtigung immer wieder Fragen und lauscht interessiert den Erklärungen. "Es gefällt mir sehr gut", freut sich der Schüler begeistert, der schon an anderen "Wissen was geht!"-Veranstaltungen teilgenommen hat. "Ich gehe noch zum Klinikum Friedrichshafen und zu Liebherr und war auch bei SAP", erzählt er, während es weiter zum Bearbeitungszentrum geht.

Schritt für Schritt wird die Bearbeitung des Rohmaterials erklärt und an den verschiedenen Maschinen gezeigt. Zum Schluss steht immer die Endkontrolle, in der zwei Mitarbeiter die Stücke mit einer Kamera überprüfen.

Nach der Besichtigung ist die Lehrwerkstatt an der Reihe. Hier können die Schüler sich einmal selbst ausprobieren. Mit Hilfe von weiteren Auszubildenden aus dem ersten und zweiten Lehrjahr bearbeiten die Jugendlichen vorgefertigte Stiftehalter. Ihre Aufgabe ist es, die Stücke zu feilen, die Punkte zu markieren, an denen später gebohrt wird, und diese Löcher dann auch zu bohren.

"Das hat Spaß gemacht", berichtet Paul Kraus. "Am schwierigsten war das Markieren der Löcher", gesteht er. Auch bei Maria Brosch klappt es ganz gut. In diesem Bereich zu arbeiten kann sie sich gut vorstellen. "Ich könnte mir das schon vorstellen, aber lieber als duales Studium", so die 18-Jährige.

 

Das Unternehmen

Weber Automotive wurde 1969 von Albert Weber gegründet und befindet sich auch heute noch in Familienbesitz. Das Unternehmen gehört zu den größten Automobilzulieferern in der Region und fertigt beispielsweise Zylinderköpfe und Getriebegehäuse für Autos und Nutzfahrzeuge. Mehr als 1500 Mitarbeiter sind an insgesamt sechs Standorten tätig, darunter sind auch eine Niederlassung in den USA und eine in Ungarn. Am Unternehmenssitz in Markdorf sind rund 500 Mitarbeiter beschäftigt. Zu den Kunden zählen unter anderem BMW, VW und MAN. (jli)