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Investor Ardian übernimmt die Mehrheit an Weber

Gründerfamilie bleibt „bedeutender Minderheitsgesellschafter“ – Autozulieferer will so Wachstum forcieren

Ravensburg sz Die französische Investmentgesellschaft Ardian übernimmt die Mehrheit am Automobilzulieferer Weber mit Sitz in Markdorf (Bodenseekreis). Die bisherige Inhaberfamilie Weber bleibt als „bedeutender Minderheitsgesellschafter“ weiterhin an dem Hersteller von Motor- und Getriebeteilen beteiligt, wie Aufsichtsratschef und Unternehmensgründer Albert Weber auf Anfrage bestätigte.Weber steht in den kommenden Jahren vor einem extremen Wachstum. Das hätten wir als Familiengesellschaft nicht stemmen können“, sagte Weber der „Schwäbischen Zeitung“. Die genaue Höhe der Beteiligung sowie den Preis, den Adrian für die Anteile gezahlt hat, nannte Weber nicht. In einer Mitteilung der Investmentgesellschaft heißt es lediglich, dass es im Rahmen der Übernahme eine Kapitalerhöhung gegeben habe, „die sowohl von Ardian als auch der Gründerfamilie gezeichnet wird und die dem Unternehmen umfangreiche Finanzmittel für das weitere Wachstum zur Verfügung stellt“.

Die Gründerfamilie hält nach Angaben von Albert Weber neben der Beteiligung das alleinige Eigentum an den Betriebsimmobilien und verpachtet diese langfristig an das Unternehmen. „Wir wollen mit diesem Schritt an die Zukunft des Unternehmens, die Zukunft der Kunden und Mitarbeiter denken“, erklärt Weber. Das Unternehmen solle nicht nur in Europa, sondern vor allem in Asien wachsen, ohne das Geld von Ardian sei das nicht möglich.

Seinen Umsatz hat der Autozulieferer in den vergangenen fünf Jahren von 74 auf 306 Millionen Euro gesteigert. Zählt man die Erlöse des Ende 2015 übernommenen Unternehmens Saar Otec hinzu, kommt Weber auf einen konsolidierten Umsatz von 367Millionen Euro. Zum Gewinn wollte Albert Weber nichts sagen – nur so viel: „Wir schreiben schwarze Zahlen und sind zufrieden.“

Möglicher Börsengang

Nach Angaben von Albert Weber will sich die Investmentgesellschaft Ardian für acht bis zehn Jahre bei Weber engagieren. „Unser gemeinsames Ziel ist es, in dieser Zeit stark zu wachsen. Danach könnte der Gang an die Börse anstehen, bei dem Ardian aussteigt – und wir als Familie natürlich weiter beteiligt bleiben“, erläutert Aufsichtsratschef Weber. Das ehrgeizige Ziel: Bis dahin soll sich der Umsatz von Weber im Vergleich zu den aktuellen Erlösen mehr als verdoppeln.

Am Stammsitz in Markdorf arbeiten rund 500 Mitarbeiter, hinzu kommen an weiteren Produtionsstandorten in Deutschland, Ungarn und den Vereinigten Staaten weitere 800 Mitarbeiter. Sowohl in der Belegschaft, als auch im weiteren Management seien sowohl die Beteiligung, als auch die Wachstumspläne sehr gut angekommen. „Schließlich können wir so mehrere Großaufträge in den kommenden drei Jahren in den Griff bekommen, mit denen wir sonst überfordert gewesen wären“, erläutert Weber. Der Großteil der neuen Kapazitäten werde man in den bisherigen Produktbereichen schaffen, „doch auch einige neue Produkte werden hinzukommen.“