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Geplante „Osterweiterung“ verzögert sich

Der Aufbau der neuen Zentrale von Weber Motor in Brandenburg verzögert sich. Albert Weber geht davon aus, dass die Bauarbeiten erst 2011 beginnen werden – und zwar nicht am ursprünglich geplanten Standort Grünheide, sondern in Bernau bei Berlin.

(MARKDORF/sz)  Am Stammsitz in Markdorf sieht Weber in der Krise mittlerweile das „Licht am Ende des Tunnels“.

Im September vergangenen Jahres, mitten in der schlimmsten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit, hatte Albert Weber ankündigt, in Brandenburg einen neuen Standort für rund 200 Mitarbeiter aufbauen zu wollen. Der grundsätzliche Plan, die Zentrale seiner Unternehmenssparte Weber Motor in die Peripherie Berlins zu verlegen, hat sich zwischenzeitlich zwar nicht geändert, wohl aber der bevorzugte Standort.

Statt im südöstlich von Berlin gelegenen Grünheide im Landkreis Oder-Spree will Albert Weber nun nordöstlich der Hauptstadt in Bernau im Landkreis Barnim bauen. „Wir haben die beiden Landkreise verglichen und festgestellt, dass die Anbindung an Berlin in Bernau besser ist“, sagt Weber. Außerdem sei dort auch der Wohnwert für die künftigen Mitarbeiter höher. Durch den Standortwechsel wird sich das Vorhaben zeitlich deutlich verzögern. Mit dem ersten Spatenstich, der eigentlich schon für 2009 geplant war, rechnet der Markdorfer Unternehmer erst im kommenden Jahr – auch, weil die Änderung eines Bebauungsplans erforderlich sei. In Brandenburg will Weber seine kleinen, leistungsstarken Motoren künftig in höheren Stückzahlen bauen als bisher in Markdorf – denn er geht davon aus, dass der Bedarf zum Beispiel im Zusammenhang mit der Hybridtechnologie deutlich wachsen wird.

 
Die Entwicklungsmannschaft beziehungsweise einzelne Fachabteilungen von Weber Motor sollen in Markdorf bleiben. Expansionsmöglichkei-ten sah Weber für den Motorenbau in der Gehrenbergstadt nicht. Für einen Standort vor den Toren Berlins spricht aus seiner Sicht nicht nur die Verkehrsinfrastruktur, sondern auch die Nähe zu Universitäten und anderen Hochschulen – und die EU-Fördermittel für Investitionen im Osten.

„2011 wieder Vollbeschäftigung“

Die Hauptunternehmenssparte Weber Automotive soll aber auf jeden Fall in Markdorf bleiben. Und langfristig soll auch sie nach überstandener Krise wieder wachsen. Derzeit ist zwar noch in allen Abteilungen Kurzarbeit angesagt, doch das soll sich ab Herbst nach und nach wieder ändern. „Wir gehen davon aus, dass wir 2011 wieder Vollbeschäftigung und in den Folgejahren ein gutes zusätzliches Geschäft haben werden“, sagt Albert Weber. Das viel zitierte „Licht am Ende des Tunnels“ sei mittlerweile zu erkennen. Erste positive Impulse aus den USA und gute Geschäfte der europäischen Autohersteller in China stimmen ihn zuversichtlich.

Bis spätestens Ende dieses Jahres will Weber auch mit seiner dritten Unternehmenssparte Fibertech richtig durchstarten. Wie bereits berichtet will er sich einen finanzstarken Konzern mit weltweitem Vertriebsnetz ins Boot holen, um seine Faserverbundtechnologie in größerem Stil als bisher auf den Markt bringen zu können. Die Resonanz sei sowohl bei Automobilherstellern als auch bei Zulieferern gut. Aktuell gebe es mehrere Bewerber, mit denen man Gespräche führe.