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Weber freut sich über Großauftrag der ZF

Mit einem der größten Aufträge der vergangenen fünf Jahre und einer entsprechend großen Portion Optimismus ist der Markdorfer Unternehmer Albert Weber dieser Tage aus den USA zurückgekehrt.

Auf gute Partnerschaft (von links): Albert Weber mit den ZF-Chefs Stefan Sommer und Hans-Georg Härter sowie Peter Rosenfeld, Präsident und CEO von Weber Automitive in Nordamerika.

Markdorf  In den beiden nordamerikanischen Werken in Charleston und Detroit wird Weber Automotive die Bearbeitung der Gehäuse der neuen Acht- und Neun-Gang-Automatikgetriebe übernehmen, die ZF ab 2013 in seinem derzeit entstehenden Werk in Greenville/South Carolina produzieren will. Wie Albert Weber gestern gegenüber der Presse bekannt gab, ist die Partnerschaft am Rande der North American International Auto Show in Detroit besiegelt worden. Das Auftragsvolumen umfasst laut Weber jeweils 400 000 Gehäuse pro Jahr. Für die Acht-Gang-Getriebe wird Weber Automotive außerdem die Antriebswellen liefern.

„ZF gehörte 1969 zu unseren ersten Kunden überhaupt“, erinnert sich Albert Weber. Umso mehr freue er sich darüber, dass der Branchenriese aus dem benachbarten Friedrichshafen nun erneut zu einem der bedeutendsten Kunden werde. In der jüngeren Vergangenheit hatte es eine Zusammenarbeit in der künftigen Größenordnung nicht gegeben. Weber spricht von einem Strategiewechsel bei den großen Automobilzulieferern, die mehr und mehr dazu übergingen, auch wichtige Bauteile nicht mehr komplett selbst zu fertigen, sondern teilweise von externen Lieferanten zu beziehen. Weshalb Weber zuversichtlich ist, im ersten Quartal 2012 weitere Großaufträge verkünden zu können. „Es befindet sich einiges im Umbruch, und die Zeichen stehen wieder auf Wachstum, vor allem in den USA“, so der Firmenchef.

Was ZF betrifft, relativiert Pressesprecher Andreas Veil Webers Aussagen über einen Strategiewechsel allerdings. „In Deutschland und Europa wird ZF die Getriebegehäuse wie bisher selbst bearbeiten. Eine Strategiewende wird es da nicht geben.“ In den USA könne davon ohnehin keine Rede sein, da die Produktion dort erst 2013 beginnen wird, so Veil auf Nachfrage der SZ. Die Zusammenarbeit mit Weber sei dadurch bedingt, dass man auch in den USA möglichst viele Teile vor Ort fertigen beziehungsweise fertigen lassen möchte. Und: „Weber Automotive ist dafür eine gute Adresse“, so Veil.

Profitieren von der Kooperation mit ZF soll auch die Weber-Zentrale in Markdorf. „Wir werden Mitarbeiter in Deutschland für die Produktion in den USA qualifizieren“, sagt Weber. Unabhängig vom ZF-Deal sei auch in Markdorf die Auftragslage aktuell so gut, dass neue Mitarbeiter gesucht werden.

 

Hier soll ein Teil der Getriebegehäuse für ZF gefertigt werden. Das Werk in einem Vorort von Detroit hat Weber Ende 2010 aus der Konkursmasse eines Konkurrenten erworben.