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Bertha-Benz-Modell im Mini-Format

Markdorf – Das erste Automobil der Welt, das Bertha-Benz-Auto, wird beim Tag der Wirtschaft bei Weber Automotive zu sehen sein – allerdings mit einem kleinen Schönheitsfehler: Es ist ein Modell in einem Maßstab von 1:5.

 

Kurt Weißenrieder hat das Modell in mühevoller Arbeit gebaut – nun wird es das erste Mal in Markdorf zu sehen sein, passend zur Ausstellung „125 Jahre Automobil“ am Sonntag, 8. Mai, auf dem Firmengelände von Weber Automotive im Gewerbegebiet.

Kurt Weißenrieder (links) und Albert Weber vor dem Bertha-Benz-Modell, das in Markdorf zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Der Benz Patent-Motorwagen Nummer 3 war das erste Fahrzeug von Benz, das ab 1886 zum Verkauf angeboten wurde. Berühmt wurde die erste Überlandfahrt eines Patent-Motorwagen Nummer 3 mit zusätzlicher vorderer Sitzbank. Ohne das Wissen ihres Ehemannes Carl Benz bestieg Bertha Benz im August 1888 mit ihren Söhnen Richard und Eugen den Wagen und fuhr die 106 Kilometer lange Strecke von Mannheim über die Zwischenstationen Wiesloch (wo sie in der Stadtapotheke Ligroin „tanken“ musste), und Mingolsheim nach Pforzheim. Die Rückfahrt erfolgte drei Tage später. Dieser erste Leistungstest führte nicht nur zu weiteren Verbesserungen an der Konstruktion des Wagens, sondern auch zum erhofften wirtschaftlichen Erfolg.

Für Modellfreund Kurt Weißenrieder, der seit seiner Pensionierung schon einige Modelle nachgebaut hat, war dies eine „besondere Herausforderung“. Anhand von Fotos und einem kleineren Modell im Maßstab 1:10 hat er das berühmte Dreirad detailgetreu rekonstruiert. „Die Schwierigkeit lag darin, dass es keine Pläne gegeben hat“. Knapp ein Jahr hat er an dem Modell getüftelt – und manchmal war er mit seiner Geduld am Ende. „Das waren rund 700 Stunden, die ich da in meinem Hobbykeller verbracht habe“, erzählt Kurt Weißenrieder, dem seine Modellfreunde mit Rat und Tat unterstützt haben. „Wir ziehen vor dieser Leistung den Hut“, würdigt ein Kollege diese Arbeit.

Die Idee das Bertha-Benz-Automobil nachzubauen kam Weißenrieder als er bei einem Freund ein Dampffahrzeug mit Speicherrädern zu sehen bekam. „Vor allem diese schönen Räder hatten es mir angetan“, erzählt der Häfler über die filigrane Handarbeit.

Geschäftsführer Albert Weber freut sich, dass das Mini-Format in Markdorf der Öffentlichkeit präsentiert wird. „Das ist eine besondere Ehre dieses bei uns zeigen zu können“, so Weber. Neben dem Bertha-Benz-Modell werden beim Tag der Wirtschaft noch andere Modell-Oldtimer ausgestellt sein – sehr zu Freude der kleinen Besucher. „Wir werden Kinderaugen zum Leuchten bringen“, ist Albert Weber überzeugt.