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24.02.2010

A boat for sharp turns

Hans-Dieter Möhlhenrich

Articel in the International Boat- and Seenews: Als der Tender 06 vor rund sechs Jahren auf den Markt kam, galt am Bodensee noch die 40-PS-Regelung für Ausnahmegenehmigungen bei Benzinmotoren. Und mit dieser Höchstleisung sollte damals das Optimum an Fahrspaß und Geschwindigkeit aus einem kleinen edlen Boot herausgeholt werden.

Summary from the original text:

 

Mit dem schlanken und schnittigen Rumpf schnitt das puristische Boot der Heinrich Werft scheinbar ohne Widerstand durchs Wasser, glitt mühelos dahin und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 25 Knoten. Bei aller Funkionalität kam zudem die Ästhetik nicht zu kurz, wofür der Tender 06 mit dem Red Dot Award auch einen begehrten Designpreis einheimste und den Tendertrend von Italien an den Bodensee brachte.

 

Das erste Konzept war auf eine Außenbordmotorisierung abgestimmt. Inzwischen hat Peter Minder umgedacht und hält eine Motorisierung mit einem kleinen und leistungsstarken Einbaubenziner für die Schiene, mit dem sich der hohe Desinganspruch noch besser umsetzen lässt.

 

Doch während man bei den anschraubbaren Heckboliden in das Regal von mindestens fünf Herstellern greifen kann, sieht das bei modernen Einbaubenzinern anders aus. Drehfreudige Leichtgewichte in dieser Kategorie sind seltene Perlen. Das übliche dagegen sind Motoren auf Basis alter GM-Blöcke von Volvo Penta oder Mercruiser, die wie ein Bleiklotz im Heck des Tenders liegen würden.

 

Denn will man mit einem kleinen Motor rasante Fahrleistungen erreichen, braucht man nicht nur einen schnellen Rumpf, der Bootsbauer muss auch am Bootsgewicht sparen und am besten fängt man da beim Motor an.

 

Werft und Designer haben daher einen radikalen Schnitt gemacht und mit dem Motoren- auch gleich das Antriebskonzept gewechselt. Statt Schraube heißt es jetzt Jet. Leichtes Boot, leichter und starker Antrieb ist eine Kombination, die es auf dem Markt bereits bei einigen teuren RIBs oder Jets gibt und die haargenau auch auf den Tender zugeschnitten waren.

 

Lieferant ist das Markdorfer Unternehmen Weber Motor im Bodenseehinterland, das sich zu einem der führenden Anbieter von kompakten Jetantrieben für Boote bis 20 Fuß Länge entwickelt hat.

 

Im Tender 06J kommt der MPE 750 von Weber zum Einsatz, der in der Variante mit Bodenseezulassung 100 PS oder 73 kW liefert. Wer seinen Tender 06J auf anderen Gewässern fährt, kann auch die 105-kW- oder 143-PS-Version ins Heck packen. Es ist ein extrem kompakter und leistungsstarker 2-Zylinder-Viertaktmotor mit 750 ccm Hubraum. Mit rund 90 Kilogramm ist er ein absolutes Leichtgewicht. Der ebenfalls bei Weber entwickelte Jetantrieb gilt als einer der modernsten auf dem Markt und soll eine hohe Lebensdauer haben. Er ist mit nur 25 kg ebenfalls ein Leichtgewicht. Zusammen sind das also rund 120 kg. Ein Außenborder in der gleichen Leistungsklasse bringt fast einen Zentner mehr an den Haken und hängt zudem am ungünstigsten Punkt.

 

FAZIT:

Der Tender 06J bleibt das edle Designstück in hochwertiger Verarbeitung. Mit dem neuen Antriebskonzept und überarbeitetem Rumpf ist er deutlich erwachsen geworden und hat sich eine Nische erobert, in der es bisher nichts Vergleichbares gibt. Fahrleistung und Kurvenverhalten sind mit einem Motorboot mit herkömmlichem Antrieb nicht zu vergleichen. Der leichte Weber Motor, der starke Jet und der Tender 06J bilden eine perfekte Einheit in Design, Fahrleistung und Fahreigenschaften.