Serienproduktionsaufnahme der Smart Heckklappen bei Weber FibertechWeber Fibertech presst erste Smart-HeckklappenAuszug aus dem Zeitungsbericht des Lokalteils Markdorf der Schwäbischen Zeitung, Redakteur Michael Hescheler
Die Heckklappe des neuen Smart For Two kommt aus Markdorf: Die Produktion ist im Januar 2007 angelaufen. Weber Fibertech ist das dritte Standbein des Automobil-Zulieferers Weber Automotive.
Stolz dreht Albert Weber im Schloss und öffnet die mit Alu-Lamellen verkleidete Tür. Hinter der modernen Fassade in der Daimlerstraße hat eine neue Sparte der Weber Automotive die Arbeit aufgenommen. Anfang Januar ist in dem modernen Fabrikgebäude die Serienproduktion angelaufen. Täglich formt die 280 Tonnen schwere Hydraulikpresse für den neuen Smart Heckklappen.
Ohne, dass ein Mitarbeiter Hand anlegt, wird aus dem kleinen, weißen Ploypropylen Granulat eine Heckklappe. Ein Extruder bereitet das Kunststoffgranulat auf. Zu der flüssigen Masse wird Glasfaser gegeben, die die Festigkeit erzeugt. Ein Roboterarm schnappt den Kunststoffkuchen und hebt ihn in die Hydraulikpresse. Pressen, abkühlen, fertig — Sekunden später läuft die Heckklappe vom Band. Bevor die Klappen in die Versandboxen kommen, erledigen Mitarbeiter die letzten Arbeitsschritte von Hand. Zwei Mal pro Woche holt ein Lastwagen die fertigen Teile ab und bringt sie ins Smartwerk nach Hambach / Saarland. Dort wird der neue Zweisitzer zusammengebaut, von dem Albert Weber sagt, „dass er technisch und vom Aussehen erwachsen geworden ist“.
Drittes Standbein „Fahrzeuge müssen leichter und stabiler werden“, so die Vision Webers vor zehn Jahren. Während der Entwicklungszeit erlitt das Unternehmen immer wieder Rückschläge. Anfangs wäre die neue Faserverbundtechnologie um das Sieben- bis Zehnfache teurer gewesen als eine gewöhnliche Herstellungsweise. Als die Firma das Patent eines Zürcher Professors erwarb und weiterentwickelte, gelang ihr der Durchbruch.
Aus der Vision des Firmenchefs entwickelte sich die neue Sparte. Weber Fibertech ist das dritte Standbein des Automobilzulieferers, der bislang auf Kurbelwellen, Zylinderköpfe und Motoren spezialisiert war. „Auf drei Beinen steht man besser als auf zwei“, sagt der Firmenchef schmunzelnd. Offenbar ist der Smart-Auftrag nicht der einzige. Weber darf über die Verträge, die mit anderen Automobil-Herstellern abgeschlossen wurden, nur noch nicht reden.
Bis in drei, vier Jahren könne der neuen Sparte der Durchbruch gelingen, hofft er. Der Unternehmer hat in die neue Technologie und das Werk in der Daimlerstraße nach eigenen Angaben rund zehn Millionen Euro investiert.
Produktionsleiter Herr Otto Rössler |

